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- Schulform: Realschule
- Klassenstufen: 6
- Schüler: 665
- Lehrkräfte: 46
- Schwerpunkte: Jahrgangsstufenteams - thematische Elternabende - Arbeitskreise zu Themen wie Gesundheit und Schulraumgestaltung
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Eine Schule zum Wohlfühlen
In nur drei Buchstaben offenbart sich in Würzburg die Gestaltung der guten und gesunden Schule: ‚I’ für Info, ‚A’ für Austausch und ‚E’ für Entscheidung. Sie stehen jetzt neben den Tagesordnungspunkten der Konferenzen an der David Schuster Realschule, geben Zielrichtung und Einordnung der Inhalte vor. Seitdem laufen Konferenzen hier viel straffer ab. Kleiner Schritt, große Wirkung. Schulleiterin Eva Maria Borns kam darauf mit Hilfe eines Lehrergesundheitstags von Anschub.de., in dem es um Stressbewältigung, Zeitmanagement und Arbeitsorganisation ging. Der Lehrergesundheitstag und das Anschub-Modul ‚Die gute gesunde Schule gestalten’ setzten bei ihr und dem Kollegium Denkprozesse in Gang. Seither hat sich hier vieles geändert.
Mit Jahrgangsstufenteams dicht an Kindern dran
Der Schulentwicklungsprozess soll unter anderem mit neuen Arbeitsstrukturen aus der Schule einen Wohlfühlraum machen, in dem sich Lehrer, Schüler und Eltern aktiv beteiligen. Dieses Ziel einer guten gesunden Schule setzt die David Schuster Realschule mit Anschub-Hilfe in die Tat um. Ganz nach ihrem Leitsatz: Fördern, fordern, gestalten. Dazu gehört eine mittlere Managementebene, die derzeit erprobt wird: Es gibt nun Jahrgangsstufenteams mit je einem Leiter, den Klassenlehrern und den Fachlehrern, die verstärkt in der jeweiligen Stufe unterrichten. „Die Jahrgangsstufenteams sind am dichtesten am Kind dran, können am besten herausfiltern, was wie umgesetzt und inwiefern gefördert werden muss“, sagt Schulleiterin Eva Maria Borns. Jedes Team legt für seine Stufe den Fahrplan für das Schuljahr fest – die pädagogischen Ziele und Schwerpunkte, welche Projekte und Fortbildungen für die Schüler dran sind.
Auch auf jahrgangsspezifische Probleme und Fragen der Unterrichtsentwicklung können die Teams nun besser eingehen. Als beispielsweise in der 5. Stufe größere Leistungsschwankungen auftraten, setzte das Team einen thematischen Elternabend an und förderte das ‚Lernen-lernen’ durch Zusatzunterricht, integrierte das Thema auch stärker in die Fächer. Und für die 10. Klassen setzte die Schule den Wunsch des Teams nach Förderunterricht um. Das spiegelte sich prompt in den Abschlusszeugnissen wider. Das Team der 6. Klassen stellte Gruppenarbeitsformen vor, die nun in die praktische Testphase gehen.
Anschub-Koordinatorin unterstützt vor Ort
Bei den Team-Konferenzen unterstützte Anschub-Koordinatorin Eva Schorer die Schule arbeitsorganisatorisch. Sie gab Tipps, wie Konferenzen effizient geführt werden, Protokolle vereinfacht werden und stand als Moderatorin zur Seite. Mit den Jahrgangsstufenteams haben die Lehrer mehr Möglichkeiten zur Beteiligung und Gestaltung gewonnen. Zum Teil sank auch der Arbeitsaufwand für den Einzelnen, weil vieles koordinierter läuft, die Kollegen ihre Aufgaben teilen und gemeinsam organisieren.
Mit den Teamleitern bekamen die Lehrer direkte Ansprechpartner, die schneller erreichbar sind als die Schulleiterin, die schon für so vieles zuständig ist. Die Entscheidungswege sind nun kürzer und schneller. Seitdem ist die Zufriedenheit der Lehrer gestiegen, das Schulklima hat sich spürbar verbessert. Die Schüler sind zufriedener, weil sie besser individuell betreut und gefördert werden. Die Schulleitung hat mehr Zeit für Mitarbeitergespräche. Sie tauscht sich in einer monatlichen Sitzung mit den Teamleitern aus. Die Team-Konferenzen ersparen den Gesamt-Konferenzen viele Tagesordnungspunkte.
Die ‚Mittwochsbesprechung’, die Eva Maria Borns in Absprache mit dem Kollegium einführte, reduzierte den Stress von Schulleitung und Lehrern. In einer Viertelstunde nach Unterrichtsschluss tauschen sie jetzt statt in einer wöchentlichen Konferenz Informationen aus. Die Teilnahme ist freiwillig, wer fehlt, holt sich die Infos bei Kollegen. Das funktioniert, weil viele Inhalte, die früher Konferenzen so in die Länge zogen, ausgelagert sind, beispielsweise in Form von Infobriefen.
Schorle statt Cola, Müsliriegel statt Chips
Für die brennendsten Themen bildeten sich Arbeitskreise aus Lehrern, Eltern und Schülern. Der Arbeitskreis Ernährung krempelte das Sortiment der Getränke- und Essensautomaten um: Schorle statt Cola, Müsliriegel statt Chips und Süßigkeiten. Und er sorgte dafür, dass beim Bäckerverkauf in der Schule mehr Vollkornbrötchen und weniger fettreiche Produkte im Angebot sind. Der Arbeitskreis Gesundheit organisierte zwei Projekttage zur Bewegten Schule und zur gesunden Ernährung. Der Arbeitskreis Schulraumgestaltung sorgte dafür, dass Eltern, Schüler und Lehrer gemeinsam den Pausenhof umgestalteten. Gemeinsam rissen sie den Asphalt auf, schafften Sitzmöglichkeiten aus Naturstein, schütteten Erde auf, pflanzten und bemalten eine Grundstücksmauer in Regenbogenfarben. Als nächstes wollen sie ein Klassenzimmer im Grünen einrichten.
Aus Mehrbelastung wird Entlastung
An der David Schuster Realschule gab es große Umwälzungen. Zunächst bedeutet das ohne Zweifel ein Mehr an Belastung. „Aber wenn gute Strukturen erst einmal umgesetzt sind, setzt eine starke Entlastung ein“, sagt Eva Maria Borns. Nun steht der Schule die externe Evaluation bevor. Die Schule will sie auch dafür nutzen, ein Schulprogramm zu entwickeln. Angedachte Inhalte: Gestaltung des Lernumfeldes, weitere Entlastung der Lehrer und demokratische Erziehung durch eine noch stärkere Beteiligung der Schüler.
