Unternavigation
- Schulform: Grundschule
- Schüler: 430
- Lehrkräfte: 40
- Schwerpunkte: "Knirpsenfarm" mit 160 Tieren - Jahrgangsübergreifendes Lernen in den Klassen 1,2,3 - Projekt-, Wochenplan- und Freiarbeit statt Frontalunterricht
- Schlagwörter:
Von Schafen und Hühnern lernen
Schweine, Schafe und Hühner in der Schule. Mitten in Berlin. In der Grundschule im Grünen lernen die Kinder von Tieren: Küken beim Schlüpfen beobachten, Schweinestall ausmisten und Kaninchen füttern. So lernen Kinder hier, kindgerecht Verantwortung zu übernehmen und Lebenszusammenhänge zu verstehen. Knirpsenfarm nennt die Schule im Berliner Stadtteil Hohenschönhausen ihren Bauernhof mit mehr als 180 Tieren. Einmal in der Woche ist Bauernhoftag, im Wechsel übernimmt je eine Klasse Fütterung, Pflege und Sauberhaltung. Ganz nach dem Schul-Motto: Schule als Lebensraum - miteinander, voneinander und füreinander lernen
Die gute gesunde Schule gestalten ist hier der rote Faden, der sich durch die gesamte Schulentwicklung zieht, über den alles verbunden und vernetzt wird. Schulleiter Tobias Barthl sieht ein Dreieck aus Mensch, Tier und Natur: „Unser Ziel ist es, den Kindern beizubringen, wie kann der Mensch als Teil der Natur gesund leben, wie kann er hierfür eintreten. Deshalb unterstützen wir sie darin, Sozialkompetenz und Ich-Kompetenz zu erwerben.“
Zusammenhänge selbst entdecken und begreifen
Bauernhoftag, Komplexunterricht, Lernwerkstätten und Projektunterricht sind an der Grundschule im Grünen wesentliche Bausteine im Rahmen der Unterrichtsentwicklung für ein selbstverantwortliches, entdeckendes und vernetztes Lernen. Dabei stützt sich die Schule auch auf das Anschub-Modul ‚Die gute gesunde Schule gestalten’. Das, was die Kinder beim Bauernhoftag erfahren und lernen, taucht auch im Deutschunterricht wieder auf – als Aufsatz über die Rassemerkmale von Tieren beispielsweise. Oder im Mathematikunterricht, wenn die Kinder ausrechnen, wie viel Fläche jedes Kaninchen zur Verfügung hat.
Das entdeckende Lernen setzt die Grundschule im Grünen auch in den Lernwerkstätten um. „Hier sollen sich die Schüler durch Experimente verblüffen lassen und beim Ausprobieren selbst Erkenntnisse finden“, sagt Schulleiter Barthl. Dazu stehen verschiedene Geräte, Werkzeuge und Materialien bereit, die den Kindern Impulse geben zum Beobachten, Staunen, Experimentieren und Untersuchen. In den Lerngärten bieten die Lernwerkstätten themenorientierte Angebote, vorbereitet von Lehrer-Erzieher-Teams. Da geht es beispielsweise um die Statik und das Bauprinzip von Brücken. „Die Lernwerkstätten und Lerngärten bieten einen hohen Wissensvermittlungswert, weil die Kinder mit Spaß lernen und die Lösungen selbst entwickeln“, sagt Barthl. „Und wenn etwas aus dem Themenbereich im Unterricht auftaucht, dann können sie auf praktisches Erfahrungswissen zurückgreifen.“
Beim vernetzten Lernen Querverbindungen entdecken
Vernetztes Lernen ermöglicht auch der Komplexunterricht für die 5. und 6. Klassen. Er verbindet die Fächer Naturwissenschaft, Erdkunde, Geschichte und Umweltlehre, in einigen Themenbereichen auch Deutsch, Mathematik und Kunst. In sieben Wochenstunden erfahren Sachthemen so eine komplexe und fächerübergreifende Behandlung, oft in projektbezogener Herangehensweise. „Wir können so Überschneidungen zwischen einzelnen Fächern sinnvoll nutzen und die Kinder können besser Querverbindungen herstellen, Zusammenhänge und Ursachen erkennen“, sagt der Schulleiter.
Gute Schule bedeutet auch bewegte Schule
Schule als Lebensraum heißt auch, dass die Kinder einen Großteil ihrer Freizeit hier verbringen. Die Schule bietet 36 Angebotsstunden und AGs von Sport über Umwelt und Computer bis Kunst, Musik und Sprachen. Hochbegabte werden in sieben Nachmittagskursen gefördert, an denen auch Kinder aus anderen Schulen teilnehmen. Mit bewegungsfreudiger Schulraumgestaltung sowie vielen AGs, Festen, Aktionen und Wettkämpfen im Bereich Sport definiert sich die Grundschule im Grünen auch als Bewegte Schule. Mehrfach ist sie als sportlichste Schule Berlins ausgezeichnet worden. Zahlreiche Feste und Traditionen stärken das Gemeinschaftsgefühl und fördern ganz nebenbei auch die gesunde Ernährung und Bewegungsfreude sowie das Verständnis ökologischer Zusammenhänge; beispielsweise der Brotbacktag im schuleigenen Lehmbackofen, das Baumpflanzfest, der Schafschurtag, der ’Geh-zu-Fuß-zur-Schule-Tag’, der Krötenzaunbau und Sportveranstaltungen in Kooperation mit ortsansässigen Vereinen.
Die Identifikation mit der Grundschule im Grünen lässt sich auch an der Mitgliederzahl des Schulförderverein ablesen: 450 Eltern, Lehrer und Ehemalige sind hier aktiv. Bei 450 Schülern. Die Hälfte von ihnen kommt nicht aus dem Einzugsbereich, sondern aus der Umgebung. Eine Schule mit einem Profil, das Sogwirkung hat.
