Neue Mitglieder

Wir begrüßen die OfficePhysio GbR und die Unfallkasse NRW als neue Mitglieder im Verein und freuen uns auf die Unterstützung für die gute gesunde Schule.

Abschied

Otto Giesecke, der  langjährige Geschäftsbereichsleiter Prävention der AOK Bayern und Mitglied des Programmbeirats des Vereins tritt zum Ende des Jahres in den Ruhestand. Otto Giesecke hat in den vergangenen Jahren maßgeblich zur Weiterentwicklung des Landesprogramms Bayerns beigetragen und zahlreiche Impulse für den Aufbau und die Entwicklung unseres Vereins gegeben.
Wir wünschen Otto Gieseke und seiner Familie alles Gute, viel Glück und vor allem Gesundheit.

Bericht über die 3. Nationale Plattform für Gesundheit und Schulqualität des Vereins Anschub.de am 28 November 2011 in Berlin

Helmut Heyse
 
Am 28.11.2011 trafen sich in der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft u. Forschung Berlin auf Einladung des Vorstandes Vertreter von Landesprogrammen, Ministerien, Fortbildungsinstitutionen und von Mitgliederorganisationen zur 3. Nationalen Plattform. Sie stand diesmal unter dem Thema Gesundheitskompetenz von Lehrkräften.
Aus drei Perspektiven betrachteten die Referentinnen und Referenten diese Problemlandschaft.
 
Zunächst Prof. (em.) Dr. Bernhard Sieland, Leuphana-Universität Lüneburg. In seiner bilderreichen Sprache stellte er verschiedene Aspekte in den Vordergrund: Mit Blick auf die Verantwortlichkeiten im Schulbereich machte er deutlich, dass neben der allenthalben stattfindenden Qualitätskontrolle für Schulen diese auch für die Lehrerbildung und die Arbeit der Schulaufsicht gelten müsse und plädierte für eine vertikale Partizipation der Schulebenen (Stichwort: Remonstrationspflicht).
Er forderte eine Reform der Fort- und Weiterbildung und machte deutlich, dass ohne eine sorgfältige Lernplanung und Transferabsicherung ein zu großer Teil der Bemühungen und Investitionen wirkungs- und folgenlos bleiben müsse.
Weitere Facetten waren in seinem Vortrag die Prokrastination („Aufschieberitis“) und der Präsentismus mit seinen dramatischen Folgen bei so anspruchsvollen Berufen wie dem Lehrerberuf - für die Person selbst wie auch für die Betroffenen und die Aufgaben. Die aus vielerlei Gründen gepflegte körperliche Dienstanwesenheit bei gleichzeitiger geistiger Abwesenheit sei ein bisher wenig beachteter Risikofaktor.
Ausführlich behandelte er die Notwendigkeit, dass Lehrerinnen und Lehrer an ihrer emotionalen Kompetenz arbeiten – sowohl im Umgang mit den eigenen Gefühlen als auch mit denen von Kolleginnen und Kollegen, Schülern und Eltern. Abschließend gab es Hinweise auf internetbasierte und buchgestützte Hilfen für Lehrerinnen und Lehrer zu ihrer eigenen diagnosegeleiteten Gesundheitsförderung.
(siehe auch: www.lehrergesundheit-leuphana.de; www.leuphana.de/Sieland - www.lehrerforum.de - www.kess-portal.de - www.zeittagebuch.de - www.tekls.de - www.cct-germany.de)
 
Danach stellte Frau Dipl.-Psych. Ulrike Wittschen das Programm des ARGORA-Instituts für Präventivmedizin zur Förderung bzw. Wiederherstellung der psychischen Gesundheit von Lehrerinnen und Lehrern vor. Sie ist psychologische Psychotherapeutin und leitet den Bereich Lehrergesundheit an diesem Institut. Es handelt sich dabei um ein ambulantes psychotherapeutisch orientiertes Präventionsangebot, das seit 6 Jahren in Berlin etabliert ist und in Kooperation mit dem Senat für Bildung, Wissenschaft und Forschung und dem anschub.de-Landesprogramm Berlin durchgeführt wird.
Es verbindet verschiedenartige Therapieansätze, mit denen die Selbstkompetenz von Lehrkräften zur Gesunderhaltung und Stabilisierung entwickelt und gestärkt wird.
Am Nachmittag berichtete Frau Prof. Dr. Heindl über ihre Arbeit. Sie hat seit 1980 die Professur für Ernährungswissenschaft und Verbraucherbildung an der Universität Flensburg inne und ist geschäftsführende Direktorin der gleichnamigen Abteilung.
Sie betonte die Ernährung als ein wesentliches Handlungsfeld der Gesundheit. Im Mittelpunkt stehe der essende Mensch in sozialer Gemeinschaft und Verantwortung. Viele Kinder und Jugendliche wüchsen heute auf zwischen Überforderung und Ungastlichkeit; Kultur und Technik von Nahrung, den Zusammenhang von Nahrungszubereitung, Essen und Geschmack lernten sie kaum kennen.
An den Esstischen entscheide sich, was Esskultur bedeutet. Essmuster seien Teil von Konsum und Lebensstil (Nachhaltigkeit). Dabei umfasse die Ernährungskompetenz kognitive und emotionale, motivationale und volitionale Faktoren, die auch für die Persönlichkeitsentwicklung und das Selbstwertgefühl unabdingbar sind. Es müsse auch die Kommunikation über Essen und Gesundheit positiv orientiert sein. Statt über Horrorszenarien von Übergewicht und Adipositas zu sprechen solle man auch lieber Geschichten der Gesundheit erzählen.
Um dies zu erreichen sei eine systematische Einbindung von Ernährungsfragen bis hin zur Esskultur in das schulische Curriculum notwendig - und damit auch in die Lehrer(aus)bildung.
Ernährungs- und Verbraucherbildung ist im Lehrplan von Schl.-Holstein verankert und wird derzeit evaluiert.
 
Lernziele sind z. B.: Schüler

  • gestalten souverän die eigene Essbiographie.
  • gestalten die Ernährung gesundheitsförderlich.
  • agieren sicher in Kultur und Technik der Nahrungszubereitung und Mahlzeitengestaltung.
  • entwickeln ein positives Selbstbild durch Essen und Ernährung.
  • entwickeln ein persönliches Ressourcenmanagement.
  • übernehmen Verantwortung für sich und andere.
  • gestalten die eigene Konsumentenrolle und treffen souveräne Entscheidungen.
  • treffen Konsumentscheidungen qualitätsorientiert.
  • entwickeln einen nachhaltigen Lebensstil.


(siehe auch: www.uni-flensburg.de/ihl/heindl.htm; www.evb-online.de)
 
Die anschließende lebhafte Diskussion zeigte, dass es Frau Heindl gelungen war, die Anwesenden von der Dringlichkeit ihres Anliegens zu überzeugen – wenn auch für die Praxis der Lehrerbildung und curricularen Umsetzung in der Schule große Probleme gesehen wurden.
Insgesamt kann man zu der 3. nationalen Plattform ein positives Fazit ziehen, auch wenn die Beteiligung von Entscheidungsträgern aus der Schulaufsicht noch gesteigert werden könnte.

Möchten Sie an Ihrer Schule die Lehrergesundheit stärken?
Dann ist es sicherlich sinnvoll, zunächst den Ist-Zustand zu ermitteln.
Unter www.anschub-gesundheit.deundefined können Schulen mit Hilfe einer anonymen Befragung herausfinden, wie es um die Gesundheit ihrer Lehrer bestellt ist.
Über dieses Kontaktformular können Schulleiter und Schulleiterinnen den kostenpflichtigen Zugang anfordern:
Geben Sie bitte dazu den Namen der Schule, die Schulart, einen Ansprechpartner mit E-Mail-Adresse sowie den gewünschten Befragungszeitraum und die Anzahl der gewünschten Zugänge ein.
Der Ansprechpartner erhält dann die entsprechenden Passwörter.

Fachtagung des Berliner Landesprogramms

Die diesjährige Fachtagung des Landesprogramms für die gute gesunde Schule Berlin am 28.10.2011 widmete sich dem Thema „Resilienz“ unter der Überschrift „Was macht uns stark- was hält uns gesund?“

 

Was ist Resilienz? Was brauche ich, um meine Resilienz zu steigern? Mit Hilfe welcher Programme wird die Resilienz bei Kindern und Jugendlichen in der Schule gefördert? Diese und andere Fragen wollen wir auf dem Fachtag gemeinsam erörtern. 

 

Die Fachtagung im Rathaus Schöneberg richtete sich an Lehrkräfte, pädagogische Mitarbeiter/innen und Eltern der Berliner Landesprogrammschulen. Für den Transfer in die Schulen standen am Nachmittag die bezirklichen Koordinatoren des Landesprogramms den Teilnehmern und Teilnehmerinnen als Berater bereit (Anlage).

An der Fachtagung nahmen ca. 200 Personen teil. Die Rückmeldung war sehr positiv. Die meisten Kolleginnen und Kollegen gaben an, dass sie für sich selbst und ihren schulischen Alltag viel „mitnehmen“ konnten.

Ergebnisse der Prozessevaluation 2008-2010

In der Bundesrepublik ist das Konzept der guten gesunden Schule maßgeblich im Rahmen des Programms Anschub.de („Allianz für nachhaltige Schulgesundheit und Bildung in Deutschland“) entwickelt und erprobt worden.
Das Konzept bildet die Grundlage der Landesprogramme für die gute gesunde Schule, die von zahlreichen Akteuren aus Bildung und Gesundheit kooperativ getragen werden.
Trotz der erfolgreichen Karriere des Konzepts steht eine flächendeckende Umsetzung der guten gesunden Schule noch aus.
In dem Themenheft „Bilanz und Perspektiven“ werden auf der Basis der Ergebnisse der Projektevaluation von Anschub.de die zentralen Strukturmerkmale, die für das Gelingen der Umsetzung der guten gesunden Schule entscheidend sind, herausgearbeitet und als Empfehlungen für den weiteren Strukturausbau dargestellt.
Bilanz und Perspektive vom Verein Anschub